Hintergrund

Situation indigener Völker weltweit

Ob im Regenwald, im Hochgebirge, auf Inseln, in der Wüste oder Arktis: Indigene Völker, die ihre Lebensweisen, Traditionen, Sprachen, Glaubenssysteme und Werte über Hunderte und Tausende von Jahren diesen fragilen Ökosystemen angepasst haben, geraten immer stärker unter Druck. Auswirkungen der Kolonialisierung und Globalisierung als auch die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen bedrohen das Fortbestehen dieser einzigartigen Kulturgemeinschaften.

Diskriminierung und Marginalisierung führen zu einem erschwerten Zugang zu Bildung, Gesundheit und politischen Gestaltungsprozessen und behindern die Weitergabe indigenen Wissens.

Insbesondere Jugendliche fühlen sich oft zwischen den Welten zerrissen und erfahren vermehrt Isolation, Frustration und Ohnmacht. Die Zerrüttung lange gewachsener Sozialstrukturen und mangelndes Vertrauen in ihre eigenen Kräfte schwächt die indigenen Gruppen, mit diesen Bedrohungen adäquat umzugehen.

Hintergrund unseres Ansatzes

Indigene Völker werden zumeist von Außenstehenden definiert und bestimmt. Oft sind sie Bildungssystemen ausgesetzt, die auf ihre kulturellen Eigenarten nicht eingehen, oder mit Regierungsprogrammen und Entwicklungsprojekten konfrontiert, die darauf abzielen, sie an die Mehrheitsgesellschaft anzupassen und am allgemeinen Fortschritt teilhaben zu lassen. Oder sie haben mit dem anderen Extrem zu tun: Initiativen, die sie dazu ermutigen, „authentisch“ zu bleiben und sich bloß keinem Wandel zu unterziehen.

Bürokraten, Entwicklungsexperten, politische oder religiöse Akteure und gar wohlmeinende Aktivisten glauben oft zu wissen, was für indigene Völker gut ist – sie sprechen in ihrem Namen, repräsentieren ihre Interessen, und treiben sie dazu an, sich politisch zu organisieren. In den seltensten Fällen nehmen sie sich die Zeit oder schaffen die Bedingungen für diese Gruppen, selbst herauszufinden, was die beste Lösung für sie ist, ihre eigenen spezifischen Antworten auf neue Herausforderungen zu ermitteln, und ihren Platz in einer sich wandelnden Welt zu finden.

OrigiNations bemüht sich darum, indigenen Gruppen zu ermöglichen, wieder die Kontrolle über ihr eigenes Schicksal zu übernehmen, durch:

  • Empowerment zu Selbstbestimmtheit anstelle von Bevormundung und klassischen Entwicklungsmodellen, die abhängig von Hilfe von außen machen
  • Stärkung von lokalen Kräften und eigenen Entscheidungsfähigkeiten anstelle der unkritischen Übernahme von vorgefertigten, importierten Lösungskonzepten
  • Entfaltung von kulturellem Selbstvertrauen und Handlungsmacht anstelle der Förderung einer Beschwerdementalität, die die Opferrolle indigener Völker betont

Bild: Indigene Jugendliche der nordischen Völker Sibiriens am Lagerfeuer.