Schulen

Zusammenarbeit mit Schulen

Unsere Arbeit an Schulen hat zum Ziel, SchülerInnen mit der Lebenssituation von Indigenen bekannt zu machen, ihnen einen Einblick in die Herausforderungen und Selbstorganisationsprozesse der Gemeinschaften zu geben und über den direkten persönlichen Kontakt Vorurteile abzubauen. Der Perspektivwechsel fördert das Einfühlungsvermögen der Schülerinnen für andere Lebensformen, und der von uns vermittelte Austausch mit den Jugendlichen vor Ort unterstützt sie in der Entwicklung interkultureller Kompetenzen. Unsere Einheiten mit 12 – 15-Jährigen im Erdkundeunterricht beabsichtigten beispielsweise, den Schülerinnen vorzustellen, wie die Menschen im Amazonas- und Kongobecken leben und wie sie mit Herausforderungen wie der Abholzung ihrer Regenwälder oder dem Klimawandel proaktiv umgehen. Über eine regelmäßige Kommunikation per Email-, Brief- und Videobotschaften lernten sich die Jugendlichen persönlich kennen und tauschten sich über gemeinsame Interessen, wie zum Beispiel den Naturschutz, aus. Mit älteren Schülerinnen haben wir im Ethik- und Gemeinschaftskundeunterricht kulturelle Vielfalt, Diskriminierung und Toleranz diskutiert, und mittels eines eigens entwickelten Rollenspiels die Interessenskonstellationen der unterschiedlichen Akteure im Nationalpark Dzanga-Sangha in der Zentralafrikanischen Republik, darunter auch die der indigenen Jugendgruppe, nachempfunden. Dabei ist es uns stets wichtig, Indigene nicht als passive Opfer der Kolonialisierungsgeschichte und ausbeuterischen Zustände heutzutage darzustellen, sondern ihre Handlungsmacht zu betonen und aufzuzeigen, welche Aktivitäten sie selbstgesteuert unternehmen, um ihre Situation zu verbessern.

Die Reaktion der Schülerinnen aller Altersstufen beeindruckt uns immer wieder – sie zeigen Empathie für die Situation Indigener, verstehen ihre Problematiken der Diskriminierung oder des Mobbings oft sofort intuitiv, und zeigen immensen Respekt vor ihrer Lebensweise. Sie entwickeln Verantwortungsgefühl für Prozesse, die sie selbst etwas angehen und die ggf. negative Auswirkungen auf indigene Völker haben, wie beispielsweise der Klimawandel oder nicht fair produzierte Konsumartikel wie Schokolade und Kaffee. Die Schülerinnen zeigen sich oft begeistert von dem Engagement der Jugendlichen vor Ort für ihre Kultur und Natur, und der Tatsache, dass diese sich als Gruppe organisieren und unterschiedlichste Aktivitäten für ihre Gemeinschaft durchführen. Dieser Einsatz für andere hat viele Jugendliche hier animiert, aktiv zu werden, und viele haben sich beispielsweise im schulischen Kontext für Umweltinitiativen eingesetzt, ihre Ernährungs- und Konsumgewohnheiten überdacht, und diese Themen mit ihren Familien und Freunden diskutiert.

Im Folgenden geben wir einen Einblick in die Ergebnisse einer Unterrichtseinheit mit einer 7. Klasse Erdkunde.

Beispiel: 7. Klasse Erdkundeunterricht

Gemeinsam mit einer Geographielehrerin führte OrigiNations eine zehnstündige Lehreinheit zum Regenwaldgebiet Dzanga-Sangha im Kongobecken durch. OrigiNations stellte dabei den Kontakt zu der indigenen Jugendgruppe der BaAka her, mit denen OrigiNations seit Jahren zusammenarbeitet. Die SchülerInnen lernten neben dem Ökosystem und der Flora und Fauna des Regenwalds auch die Lebensweise und Kultur der indigenen BaAka kennen.

In unterschiedlichen Video-Messages, Comics und Briefen berichteten sich die jungen Menschen über ihr Leben.

Insbesondere der in der Region beginnende Holzschlag stellt die Lokalbevölkerung vor große Herausforderungen, die den deutschen SchülerInnen in einem speziell entwickelten Mystery aus der Perspektive unterschiedlicher Akteure nahe gebracht wurden und sie auch auf ihre Verantwortung als VerbraucherInnen hinwies. Bei Interesse, diese Unterrichtsmaterialien zu verwenden, kontaktieren Sie uns gerne unter info@origi-nations.org.


Video-Botschaften der indigenen Jugendgruppe an die Schulklasse in Deutschland:

Teil 1: https://vimeo.com/241535142

Teil 2: https://vimeo.com/243613473

Teil 3: https://vimeo.com/242611130


Beispiele der Schülerbriefe aus Deutschland an die BaAka: